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Hydrophobieren kann man grundsätzlich mit allen Stoffen, die auf
Feststoffen einen Film mit niedriger Oberflächenspannung hinterlassen.
Das beginnt bei Ölen, Fetten, Wachsen und endet bei entsprechenden
Kunststoffen. Silikonharze haben z.B. eine niedrige Oberflächenspannung.
Die niedrige Oberflächenspannung eines Wirkstoffes ist aber nicht allein
für das Funktionieren einer hydrophobierenden Sperre maßgeblich.
Vier Voraussetzungen müssen von einem guten Hydrophobiermittel erfüllt
werden:
- Niedrige Oberflächenspannung des Wirkstoffes
- Beständigkeit gegen das alkalische Mauerwerk
- Feinste Wirkstoffverteilung im Lösemittel
- Problemlose Verdrängung des Wassers im Mauerwerk
Seit einigen Jahren werden hydrophobierende Sperren auch mit wässrigen
Silikonharz- Emulsionen erstellt. Auch einige Baufachleute favorisieren
diese Systeme -vermutlich ohne genaue Kenntnisse der
kapillarphysikalischen Wirkmechanismen- weil sie als Lösemittel Wasser
enthalten.
Auf den ersten Blick sieht das auch nach einem Vorteil aus, denn man
muss sich über die Harmlosigkeit des Lösemittels Wasser keine Gedanken
machen.
Auf den zweiten Blick sollten nach Kenntnis der oben beschriebenen
kapillarphysikalischen Vorgänge bereits Bedenken aufkommen.
Silikon- Mikroemulsionen bestehen aus relativ dickflüssigen
Silikonharzen bzw. deren Lösung in einem organischen Lösemittel, die
mittels eines Emulgators in Form von kleinen Tropfen in Wasser verteilt
(emulgiert) sind.
Die dickflüssige Stammemulsion lässt sich mit Leitungswasser auf die
Gebrauchskonzentration verdünnen und in das Mauerwerk injizieren. Die
Emulsions- Tropfen sind so groß, dass sie durch sogenannte Mikrofilter
(Membranfilter), deren Porengröße im Bereich von Ziegel-, Kalksandstein
und ähnlichen Baustoffen liegen, aus der Gebrauchsverdünnung
herausfiltern lassen.
Die Emulsionströpfchen dringen also nicht in den Mikrofilter ein,
sondern lagern sich auf seiner Oberfläche ab. Wie sollen dann diese
Tropfen in gleich große Baustoffporen passen?
Wie soll die wässrige Verdünnung das in den Poren stehende Wasser
verdrängen? Außerdem sind die Emulsionströpfchen einige hundertmal
größer als einzelne Moleküle und können daher in Feinstporen nicht
eindringen. Die wässrige Mikroemulsion wird durch das Porenwasser weiter
verdünnt und zeigt praktisch das gleiche kapillare Transportverhalten
wie das Porenwasser, wird also mit dem Strom des aufsteigenden Wassers
aus der geplanten Sperrzone transportiert, auf andere Wandbereiche
verteilt und damit weitgehend verdünnt.
Dass derartige wässrige Systeme Verteilungsprobleme in der Wand haben,
können Sie bereits an der Gebrauchanweisung erkennen, die einen
seitlichen Bohrlochabstand von nur 10-15 cm vorschreibt.
Sollte man also den einfachen Weg mit Wasser als Lösemittel gehen und
technische Probleme in Kauf nehmen, oder ist unsere Mühe jahrelanger
Entwicklungsarbeit richtig gewesen eine langlebigen Wirkstoff zu suchen,
der sich in harmlosem Paraffinöl lösen lässt und damit ein perfektes
Produkt ermöglicht? |